Normalerweise heisst Networking im Bereich Social Media in einem professionellen Kontext immer LinkedIn, doch wir möchten heute zeigen, dass auch Facebook eine Rolle spielt wenn Firmenbeziehungen aufgebaut werden.

Einsteigen möchte ich mit der folgenden Geschichte: Ein Betriebsleiter für eine grosse Produktionsfirma war mitten in einer Krise, denn sein Produktionsbereich drohte mit einem Streik. Zwischen dem Management und der Gewerkschaft war Eiszeit. Alle waren so böse miteinander, dass es nicht mal möglich war alle an einem Tisch zu bekommen. Es war sogar bereits soweit, dass eine Zusage zu einem Treffen von der anderen Seite als Einsicht der Schwäche angesehen wurde. Dem Betriebsleiter war bewusst, dass niemand gewinnen wird, wenn es zu einem Streik kommt. Die Firma würde Kunden verlieren, denn der Betrieb stand eh schon unter Druck. Die ersten Kunden haben bereits mitbekommen, dass es innere Unruhen gibt und versuchen dies für sich auszunutzen. Doch auf für die Gewerkschaft würde ein Streik nichts Gutes bedeuten; Mitglieder würden Lohneinbussen hinnehmen müssen und die ganze Gewerkschaft stünde so unter Druck, dass sie zerbrechen könnte. Ironischerweise waren der Betriebsleiter und der Gewerkschaftsleiter seit über 20 Jahren befreundet und auch auf Facebook miteinander verknüpft. Der Gewerkschaftsleiter stand unter Druck seiner Mitglieder, die von ihm erwarteten dem Management die kalte Schulter zu zeigen, doch dem Betriebsleiter kam eine Idee.

Spät eines Abends sendete er über den Facebook-Messenger eine Nachricht an den Gewerkschaftsleiter und sprach an, wie schlecht die Dinge gerade stehen. Zu seiner eigenen Überraschung reagierte der Gewerkschaftsleiter sofort. Bis spät in die Nacht tauschten sie Nachrichten aus und diskutieren offen was passieren müsste, damit beide Seiten wieder miteinander am Tisch sitzen könnten. Als diese erste Hürde der Wieder-Kontaktaufnahme genommen war, setzen sie sich an einen Tisch, wurden sich einig und haben so wie durch ein Wunder einen Streik verhindern können. Als also alle anderen Kommunikationskanäle nicht funktioniert haben, hat Facebook funktioniert und Sie fragen sich nun sicher warum?

Unsere Idee ist es, dass es in diesem Fall funktioniert hat, weil Facebook eben nicht nur mit Business verbunden wird, sondern mit Familie und Freunde und damit mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Und wenn Familie und Freunde einem eine Nachricht schreiben, dann antwortet man. Das ist quasi ein ungeschriebenes Gesetz auf Facebook.

Schauen wir uns also kurz die Hierarchie von Business-Verbindungen an in sozialen Netzwerken und sehen, ob unsere Idee tatsächlich die Begründung ist.

Ganz unten in der Hierarchie steht Twitter. Zwar kann Twitter einfach dabei helfen, neue und relevante Kontakte zu knüpfen und sich mit neuen Leuten in Verbindung zu setzen, aber diese Verbindungen sind nicht sonderlich stark, sondern eher schwach. Man ist halt miteinander verbunden, vielleicht folgt man sich gegenseitig, vielleicht auch nicht.

Im Mittelfeld ist LinkedIn angesiedelt. Es ist etwas schwieriger neue Leute in seinem Netzwerk aufzunehmen, aber wenn einmal eine Verbindung geschaffen wurde, dann ist diese meist auch beständig und beruht auf echtem Interesse. Deshalb ist LinkedIn auf der Hierarchie-Stufe auch etwas höher angesiedelt.

Und dann ist da noch Facebook. Bei vielen Leuten ist Facebook „reserviert“ für Familie und Freunde, aber trotzdem gibt es Platz für Business. Und wenn jemand aus Ihrem Business-Leben es in Ihre Facebook-Kontaktliste schafft, dann bedeutet dies meist, dass die Geschäftsbeziehung ein wenig persönlicher ist als mit anderen Kunden/Lieferanten/Partnern etc. Schliesslich teilen Sie bis zu einem gewissen Masse ihr Leben auf Facebook und so sind Sie selbstverständlich sehr selektiv, wer an Ihrem geteilten Leben teilhaben darf. Es scheint also tatsächlich so zu sein, dass Facebook immer etwas emotionaler gesehen wird, als Ort wo man mit Leuten umgeht, die man kennt. Und wen man kennt, dem antwortet man oder ist zumindest so nett und schaut sich die Nachricht an.

Und genau deshalb reicht vielleicht die Nutzung von LinkedIn und XING nicht aus um tiefgehende Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Und wir meinen wirklich aufzubauen von Stunde null. Wenn Sie also in Ihrer Geschäftsbeziehung etwas weiter sind und Sie merken, Sie stehen an und kommen nicht recht weiter und dahin wo Sie hinkommen möchten, überlegen Sie sich, ob der Kontakt und die Kommunikation vielleicht auf Facebook weiter geführt werden soll. Denn dort lernt Ihr Geschäftspartner auch Sie persönlicher kennen und baut so ein tiefergreifendes Vertrauen zu ihnen auf. Und vielleicht braucht es genau dies, um langfristige und nachhaltige Geschäftsbeziehungen zwischen Ihnen aufzubauen. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viel Erfolg und unterstützen Sie gerne darin, Ihre Social Media-Präsenz und die Ihrer Firma aufzubauen oder zu intensivieren.